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Alexandra Bracken

Die Überlebenden 1
Die Überlebenden

  • Autor:Alexandra Bracken
  • Titel: Die Überlebenden
  • Serie:Die Überlebenden 1
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Goldmann Verlag
  • Datum:18 August 2014
  • Preis:12,99 EUR

 
»Die Überlebenden« (Die Überlebenden 1) von Alexandra Bracken


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4)

 
 
Ein plötzliches Massensterben von Kindern und Jugendlichen erschüttert die Welt. Die Eltern lauern förmlich auf die ersten Anzeichen des drohenden Todes. Doch der Tod ist nicht das Schlimmste; sondern das Überleben. Denn sobald die Kinder ihr 10. Lebensjahr vollenden, erhalten sie PSI-Kräfte. Schnell reagiert die Regierung und errichtet Lager für diese Kinder. Straflager voller Qual, Brutalität und Grauen.
Als die Situation zu eskalieren droht, wird die junge Ruby von Mitgliedern der Children's League gerettet. Eine weitere Gruppe, die Kinder ausnutzen wollen zu ihren Zwecken. Doch Ruby gelingt die Flucht. Doch wo soll sie hin in einer Welt, die sich vor Kindern fürchtet und gnadenlos Jagd auf sie macht?

Das Cover zeigt eine junge Frau, vermutlich Ruby, im Eingang einer Höhle. Hinter ihr ist grelles Licht, so dass man sie nur als Schatten erkennen kann. Ich finde es sehr gut zu diesem Buch gewählt, da nicht deutlich wird, ob sie die Höhle betritt oder verlässt, also ihre innere Zerrissenheit widerspiegelt. Macht sie einen mutigen Schritt nach vorne, oder doch lieber einen in die beschützende Sicherheit? Doch wo ist Sicher? In der Helligkeit oder doch im Dunkeln?

Ich sah das Cover. Ich las den Klapptext. Ich wusste, das ist ein Muss-Buch!Doch was mich wirklich erwartete, damit hatte ich dann doch nicht gerechnet! Alexandra Bracken hat mit ihrem Werk ein Buch geschaffen, welches mich von der ersten Seite begeisterte. Es ist nicht die Spannung, nicht die Brutalität, nicht die Mystik, nicht die Liebe oder Freundschaft, sondern einfach der ungebrochene Wille auf Leben, der aus jeder einzelnen Seite diese Buches quillt. Es gibt wenige Bücher auf der Welt, die einen beschäftigen und mit denen man eine innige Verbindung aufbauen kann, doch Bracken schaffte das schon nach den ersten Seiten. Ich kann den Finger nicht genau drauf legen und sagen, ab hier hatte sie mich, aber es geschah unglaublich schnell.
Die Autorin zeichnet eine Welt auf, die vor Grauen strotzt! Kinder sterben und die wenigen, die überleben, werden zu einer vermeintlichen Gefahr. Schnell werden sie in Schubladen gesteckt: Die Grünen, die ein unglaubliches Gedächtnis besitzen; die Blauen, die Telekinese beherrschen; die Gelben, die Herrscher über den Strom sind; die Orangenen, die andere Menschen beeinflussen können, in dem sie sich in ihre Gehirne einklinken; und die Roten. Dies ist quasi das Grundkonstrukt des Buches, Kinder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und die Angst vor ihnen. Trotzdem fällt es mir sehr schwer zu glauben, dass die Eltern ihre Kinder aus Angst weggeben und nicht selber groß ziehen wollen, egal wie ihre Kräfte sind. Vereinzelt scheint es Mutige zu geben, aber die Mehrheit ist froh, sich ihrer entledigen zu können. Im ganzen Buch war das wirklich der einzige Minuspunkt, den ich finden konnte.
Alexandra Bracken fängt mit Spannung an, hält diese gekonnt hoch und verlässt das Buch sogar mit Spannung! Oft habe ich bei solchen Werken Ermüdungserscheinungen, aber das war hier überhaupt nicht so! Ich ließ mich einfach auf dieser mit Energie und Kraft geladenen Welle treiben.
Es erschreckte mich sehr zu lesen, was mit den Kindern geschah. Kinder, die mit ihren PSI-Kräften völlig überfordert sind, werden auch noch von den Eltern und der Gesellschaft als Monster verstoßen. Sie fristen ein Leben der Pein und der Qual in Lagern und lernen, dass sie schlecht sind und keiner sie haben will. Doch trotz dieser Qualen, dieser Ausgestoßenheit, sind es Menschen. Und Menschen neigen zu Zusammenhalt. Dies schildert die Autorin mit dermaßen einfühlsamen Worten, dass ich oft schluckte. Ja, mir gingen ihre Schilderungen nah, sehr nah.

Alexandra Bracken stellt die junge Ruby in den Vordergrund. Als Protagonistin ist sie mir sofort ans Herz gewachsen und ich konnte schnell eine Verbindung mit ihr eingehen. Ruby gehört mit zu einer der ersten, die in ein Lager gebracht wurden. Doch sie sieht es nicht als Strafe an, sondern eher als Gerechtigkeit, da ihre Fähigkeit als Orangene nicht unkontrolliert sein darf. Im Gegenteil, solche Fähigkeiten gehören, nun ja, eben weggeschlossen. Als Ruby doch die Flucht gelingt und sie mit Freigeistern in Kontakt gerät, lernt sie langsam, die Welt aus anderen Augen zu sehen. Schlecht sind ihre Fähigkeiten nicht, sondern nur, wenn sie falsch eingesetzt werden. Der Prozess des Lernens, des Umdenkens und des Vertrauen schenkens wurde von Bracken gefühlvoll, eindringlich und berührend geschildert.
An Rubis Seite sind ihre Freunde Suzume, Liam und Chubs. Jeder mit einer besonderen Fähigkeit ausgestattet, nehmen sie Ruby in ihrer Mitte auf. Teils mit Misstrauen, teils mit Vertrauen, aber dies beschränkt sich einzig auf ihren Charakter und nicht auf das, was sie kann. Das erste Mal in ihrem Leben, wird sie als Menschen akzeptiert oder eben auch nicht.

Mein Fazit

Ein außergewöhnliches Werk, welches mich begeistert und voller Sehnsucht auf die Fortsetzung blicken lässt!
 
 
 


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