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Derek Landy

Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill


 
»Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill« von Derek Landy


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Amber und Milo sind immer noch auf der Demon Road unterwegs. Ihr Ziel ist der Ort Desolation Hill. Hier hoffen sie, erstmal vor dem Leuchtenden Dämon in Sicherheit zu sein. Dieser hat mittlerweile eine ganze Schar von Verfolgern auf die Spur der beiden angesetzt. Neben fünf seiner Höllenhunde, hat er noch etlichen Serienkillern einen beachtlichen Lohn versprochen, wenn sie ihm Amber und Milo bringen können. Aber auch Ambers Eltern und ein befreundetes Ehepaar haben die Witterung aufgenommen. Sie hoffen, dass sie so den Leuchtenden Dämon, den sie ja selbst erst vor kurzer Zeit um seinen Lohn betrogen haben, milde stimmen können.

In der Tat, scheint Desolation Hill ein Zufluchtsort für Amber und Milo werden zu können – doch der Ort birgt ein düsteres Geheimnis, der alle Bewohner in der jährlichen Höllennacht auf schreckliche Art und Weise verändert. Milo und Amber können dem Ansturm der dunklen Kräfte nichts entgegensetzen, erfahren aber Hilfe von unerwarteter Seite. In einem furiosen Showdown treffen Amber und ihre Helfer auf die Abgesandten des Leuchtenden Dämons und auf jede Menge höllischer Kreaturen, die, entfesselt durch die Auswirkungen der Höllennacht, weder Freund noch Feind kennen.

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Genau so furios wie Band 1 endete, beginnt der zweite Teil von Amber und Milos Roadtrip über die Demon Road und quer durch Nordamerika. Mit jeder Menge Witz und Charme treibt Landy seine beiden Helden von einem Abenteuer ins nächste. Glücklicherweise bietet er diesmal nicht eine Aneinanderreihung von Einzelabenteuern an (wie noch im ersten Band), sondern er erzählt statt dessen eine durchgehende Geschichte, die sich einzig und allein auf die Abenteuer in Desolation Hill fokussiert. Dadurch wirkt Höllennacht in Desolation Hill (OT: Desolation) auf mich wesentlich runder und zusammenhängender als der erste Band. Die Straffung der Handlung hat der Geschichte sichtlich gut getan.

Die witzigen Dialoge sind diesmal den beiden alternden Schauspielern Virgil und Javier vorbehalten. Was die beiden sich für Wortgefechte liefern ist einfach herrlich. Auch hier ist wieder eine starke Ähnlichkeit zu den Skulduggery Pleasant Büchern zu finden. Die beiden erinnern stark an das Gespann Vaurien Scapegrace und Trasher, sind aber glücklicherweise nicht so albern. Beide sind für mich die eigentlichen Helden des vorliegenden Buches. Nicht ganz so witzig, aber dennoch gelungen, sind die vier jugendlichen Monsterjäger mit ihrem Hund. Recht sympathische Gestalten, die vermutlich auch im nachfolgenden Band wieder auftauchen werden.

Ein immer wiederkehrender Punkt in Landys Büchern ist die darin geschilderte Brutalität. Diesem hat sich diesmal noch ein gewisser Ekelfaktor hinzugesellt. Keine Ahnung, warum Landy so oft diese Scheußlichkeiten in den Vordergrund rückt und geradezu genüsslich beschreibt. Ich auf jeden Fall muss nicht unbedingt lesen, wie Amber einen Menschen bei lebendigem Leib auffrisst. Kann man sich oftmals gut in Amber hineinversetzen, bleibt das jedoch bei dieser Aktion definitv außen vor. Aber nun ja, das scheint halt ein Merkmal bei Landy zu sein.

Die Geschichte selber ist äußerst furios und driftet zum Ende hin von einer Prügelszene zur nächsten. Manchmal ist das leider etwas zu viel des Guten und wirkt auf mich etwas aufgesetzt. Auch ärgere ich mich oftmals über Amber, die trotz ihrer Verwandlung zum Dämon, regelmäßig eins aufs Dach bekommt - denn, seien wir mal ehrlich, Durchsetzungsvermögen hat sie keines. Sie wird wie üblich verprügelt, angeschossen, zusammengeschlagen und für dumm verkauft. Gerade diese Naivität und dieses Unvermögen sind es, die sie mir nicht immer wirklich sympathisch macht.

Die Idee mit den Höllenhunden auf ihren Motorrädern war recht interessant, ebenso die Geschichte von Desolation Hill und dem dünnen Mann. Wie dieses verschlafene Örtchen vom Idyll hin zur Hölle auf Erden mutiert ist, war wirklich klasse. Das ganze hätte man aber vielleicht auch ein wenig besser in Szene setzen können, denn von dem eigentlichen Festival, auf dessen Beginn dem Leser so richtig Geschmack gemacht wurde und das einige Erwartungen aufkommen ließ, erfährt man nicht wirklich viel. Auch das abrupte Ende von Bürgermeister Jesper und seines Leibwächters, dem Albtraummann, war irgendwie ... einfaltslos und unwürdig.

Im Gegensatz dazu, hat Landy aber auch viele neue und aufregende Geheimniss zu bieten, wie etwa die Sache mit der Schutzzone rund um die Stadt oder das Rätsel um den Bruder des Leuchtenden Dämons. Wirklich überrascht hat mich jedoch etwas völlig anderes. Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass Amber ihre lesbische Seite entdeckt. Das Landy dieses Thema in solch einem Buch überhaupt anspricht finde ich schon bemerkenswert. Und, olala, die von ihm geschilderten Szenen zwischen Amber und Kelly waren wirklich nicht ganz ohne. Amber macht zur Zeit wirklich eine interessante Entwicklung durch, und damit meine ich nicht ihren neuen Job als ... nun ja, das muss jeder selber herausfinden.

Fazit
Schnell, actionreich, brutal, witzig, romantisch und gruselig. Erneut bietet Landy wieder eine lange Liste zahlreicher Gefühlsregungen. Aufgrund der schönen Geschichte und zahlreicher neuer, sympathischer Charaktere, liest sich auch der zweite Teil der Demon Road Trilogie wieder sehr abwechslungsreich und spannend. Die vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven tragen zu einer Auflockerung der Geschichte bei. Was das Schreiben betrifft hat es Landy einfach drauf. Durch die neue Entwicklung in Ambers Lebenslauf ist auch genug Stoff für ein aufregendes drittes Buch vorhanden. Mal sehen, was Landy daraus macht. Ich hoffe ja immer noch auf ein Treffen von Amber und Milo mit Stephanie und Skulduggery.
 
 
 


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