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Elspeth Cooper

Die wilde Jagd

  • Autor:Elspeth Cooper
  • Titel: Die wilde Jagd
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:11 Februar 2013
  • Preis:14,99 EUR

 
»Die wilde Jagd« von Elspeth Cooper


Besprochen von:
 
pelaphina
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
„Die wilde Jagd“ (Originaltitel: „Trinity Rising") ist der zweite Part einer mittlerweile auf vier Bände angelegten Fantasy-Reihe und die Fortsetzung zu „Lieder der Erde“.

Die Handlung um Gair und seinem Nemesis Savin wird weitergeführt, im Mittelpunkt steht diesmal jedoch Teia aus dem Clan der Nimrothi. Viele Jahre hat sie ihre Gabe geheimgehalten, die Zukunft sehen und den Sang manipulieren zu können. Ihr Leben wendet sich zum Schlechteren, als der alte Häuptling des Clans stirbt und sein gewalttätiger Sohn Drwyn sie beansprucht. So wird sie seine Hure, welche die Ehre ihres Vaters wiederherstellen soll, indem sie dem neuen Herrscher Kinder schenkt und womöglich seine Frau wird. Ihr einziger Ausweg lautet Verbannung.
Während Teia einer trostlosen Zukunft entgegenblickt, nehmen die Pläne der Mächtigen Gestalt an: Die Seherin des Clans hat Drwyns Ehrgeiz angestachelt und möchte ihn zum Häuptling der Häuptlinge machen, um dann in einen Krieg mit den Eisenmenschen zu ziehen und verlorenes Land wiederzugewinnen. Die Göttin Maegern soll die wilde Jagd entfesseln und den Nordmenschen so zum Sieg verhelfen. Doch wo die Seherin nur den Sieg sieht, den sie sich ersehnt, erkennt Teia in schrecklichen Visionen, dass die Entfesselung der Wilden Jagd zum Untergang aller führen würde.
Nachdem seine große Liebe Aiysha gestorben ist, gibt sich Gair Gedanken an Rache hin. Widerstrebend folgt er seinem Lehrer in die Wüste, um die Sternensaat zu finden.

Meinung
Zusammen mit einer Neigung zu unaussprechlichen Namen besitzt Frau Cooper wirklich einen guten, flüssigen Stil. Der Inhalt hinkt allerdings hinterher. Trotz Magie, Weltuntergangsszenario und meheren Bösewichtern, trotz latenten Potentials hat diese Geschichte mich nicht wirklich zu begeistern vermocht. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Das Ganze erscheint wie ein Sammelsurium bekannter Elemente aus unserer Geschichte und Fantasy-Literatur: Gairs Geschichte orientiert sich am Standard des Magie-Lehrlings, daneben haben wir mit Taniths Handlungsstrang die Wesen, die sich aus allem heraushalten möchten und deswegen wohl untergehen werden, die wilden Barbaren im Norden und den bekannten Streit der Kirche gegen Magie. Irgendwie ein merkwürdiger Mix, der für mich nicht wirklich stimmig war. Immer wieder geht es um Macht, Gewalt, und vor allem menschliche Begierden. Wenn nicht gerade Savins oder Drwyns Gräueltaten im Vordergrund stehen, dann werden wir von Gairs erotischen Phantasien von Ayscha bombardiert. Teias Geschichte ist ein einziges Martyrium, ihre Leiden, inklusive Vergewaltigungen und Misshandlungen, werden ausführlich geschildert, wie auch Savins Frauen verachtender Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Weniger wäre mehr gewesen.
Teias Geschichte nimmt am meisten Platz ein und präsentiert eine sympathische Heldin.
Die Nebenhandlungen empfand ich in diesem Band eher als störend, Gairs Geschichte mit eingeschlossen. Gair gefällt sich in seinem Herzschmerz und sinnt auf Rache. Etwas wie Sympathie oder Mitleid mit ihm wollte bei mir nicht aufkommen, noch Spannung bei der Suche nach dem Artefakt.
Die Handlung scheint oft dahinzukriechen und die Figuren lassen weiterhin keine besondere Tiefe oder Entwicklung erkennen. Eine Vielzahl von Macht besessene Figuren, ein Pheromone ausschüttender Ailric rennt Tanith hinterher, die Barbaren im Norden sind alle hohl und anzüglich... Wo Figuren nur durch Grausamkeit oder Ehrgeiz gekennzeichnet werden und die Helden pathetisch daherkommen, verliere ich als Leser das Interesse an der Handlung. Diese kommt am Ende noch einmal richtig in Schwung, um in einem gigantischen Cliffhanger zu enden.

Fazit
Cooper führt in diesem Band neue Figuren ein, darunter Teia, die mit ihren magischen und hellseherischen Fähigkeiten eine interessante Figur abgibt. Es lässt sich vieles bemängeln an dieser Fortsetzung: die Handlung könnte zügiger vorangetrieben werden, die Figuren sind teilweise zu oberflächlich und zeigen wenig Entwicklung. Außerdem wirken die vielen Handlungsstränge fast, als würden sie unterschiedlichen Büchern angehören. Um darüber Aufklärung zu erhalten, muss der Leser bis zum nächsten Band warten.
 
 
 


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