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Margaret Fortune

Krieg der Schatten 1
New Sol

  • Autor:Margaret Fortune
  • Titel: New Sol
  • Serie:Krieg der Schatten 1
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
  • Datum:14 Oktober 2016
  • Preis:7,00 EUR

 
»New Sol« (Krieg der Schatten 1) von Margaret Fortune


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Verwirrt und verunsichert betritt die junge Lia Johansen die Raumstation New Sol. Sie weiß nur eins: Sie wurde modifiziert und ist nun eine menschliche Bombe, die New Sol in die Luft jagen soll. Doch mehr Erinnerungen an ihr Leben sind der Sechzehnjährigen nicht geblieben und als sie plötzlich von Michael angesprochen wird, der sie aus der Kindheit kennt und in seine Familie mit integrieren möchte, ist sie irritiert. Denn Lia hat keine Familie und keine Freunde. Oder doch? Ist sie nicht allein auf der Welt?

Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt die Sonne. Ich finde es wunderbar zu Titel und Inhalt gewählt, da für mich die Sonne sowohl Leben, als auch Tod symbolisiert; Sie spendet Wärme, kann gleichzeitig aber auch verbrennen und vernichten. Ich mag solche minimalistischen Coverbilder und hätte mir hier wirklich kein besseres wünschen und vorstellen können. Zusammen mit dem Klapptext ließ es mich zu diesem Buch greifen.

Margaret Fortune hat ein interessantes Buch geschaffen. Ein junges Mädchen, welches zwei Jahre in Kriegsgefangenschaft verbracht hat, kehrt endlich zurück zu ihrem Volk. Doch sie ist kein Mensch, sondern eine modifizierte Bombe, die keine andere Lebensberechtigung hat, als die Vernichtung der Raumstation, auf der sie Aufnahme und Zuflucht findet. Lia Johansen weiß dass ihr einziger Daseinszweck Vernichtung und Tod ist und nimmt dies gerne und mit offenen Armen an. Sie will den Tod und so viele wie möglich mitreißen. Doch dann lernt sie Michael kennen. Einen jungen Mann, der Lia schon seit der gemeinsam verbrachten Kindheit kennt. Und Lia entdeckt eine Seite in sich, mit der sie nicht gerechnet hätte, auf die sie nicht vorbereitet war: Gefühle. Lebenswille. Freundschaft und Lachen.
Im Laufe des Buches verliert die Handlung etwas an Fahrt, was mich sehr verwundert hat. Fortune begann ihr Buch mit so viel Kraft, Spannung und Elan, dass mich dieser Knick richtiggehend irritiert hat. Anfangs hatte ich noch auf eine genauere Beschreibung der Raumstation und der Ringe gehofft, um mir die Örtlichkeit noch besser vorstellen zu können, aber dem war leider nicht so. Für mich kamen diese Beschreibungen zu kurz und mir fehlt an dieser Stelle etwas die Phantasie, um mich in eine Raumstation zu versetzen. Ich kann jedem nur einen Tipp geben, durchhalten! Ich möchte nicht zu viel verraten, aber der Schluss ist gigantisch! Ich hätte mit dieser Entwicklung der Handlung überhaupt nicht gerechnet und wurde kalt erwischt. Egal was vorher war, das Finale entschädigt für alles!

Lia Johansen ist eine interessante Protagonistin. Gerade die in ihr kämpfenden Gegensätze machen sie für mich zu einer packenden Persönlichkeit, deren Leben ich gerne verfolgte. Lia kommt als quasi leeres Blatt auf die Raumstation New Sol. Ihre einzige Erinnerung besteht darin, dass sie sich in die Luft sprengen und zur Nova werden soll, damit sie die Station vernichtet und alles auf ihr herrschende Leben. Doch sie hat keine Angst, ja scheint den Tod mit offenen Armen willkommen zu heißen. Diese Leichtigkeit hat mich irritiert und verblüfft; Wie man so sehr an eine Sache glauben kann, die einen in den eigenen Tod treibt ist unvorstellbar. Nach und nach setzt in Lia ein Prozess ein, der sie das Leben lieben lernt. Ihre Sicht und das Staunen über Kleinigkeiten fand ich wunderbar und von Fortune lebensnah beschrieben.
Auch die Beziehung die Lia zu Michael im Besonderen und seiner Familie aufbaut, ist schön beschrieben und verleiht dem Buch Tiefe. Michael und seine Schwester Teal erhalten von der Autorin zwar eigenständige Charaktere, entwickeln in meinen Augen allerdings kein eigenständiges Leben, sondern leben eher durch Lia. Mir persönlich hat Michael nicht so gut gefallen. Er war zu glatt, zu einfühlsam und liebevoll, um tatsächlich lebensnah zu wirken. Zu gut für diese Welt. Seine Schwester Teal hingegen mit ihrer flippigen Art, gefiel mir da schon besser.


Mein Fazit

Ein packender Roman!
 
 
 


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