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S.M.A. Goetze

Wolfliebe 2
Wenn dir das Leben eine Zitrone schenkt


 
»Wenn dir das Leben eine Zitrone schenkt« (Wolfliebe 2) von S.M.A. Goetze


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4)

 
 
Die Schule ist endlich vorbei und das ganze Leben steht Cat offen. Sie hat große Pläne, möchte studieren und ihre Beziehung zu Elijah intensivieren. Doch es kommt alles anders, denn direkt bei ihrem ersten Mal wird Cat Schwanger; und mit einem Wolfsbaby im Bauch, ist ein Studium unmöglich geworden. Doch Cat wäre nicht Cat, wenn sie sich nicht mit ihrem starken Willen durchbeißen und einen anderen Weg finden würde. Unterstützt von ihrer Familie und Freunden, baut sich die junge Frau eine Zukunft für Mann und Kind auf. Doch es kommt alles anders, als sie sich erhofft hat.

Das Cover zeigt die Protagonistin Cat mit einem Wolf. Seit ich das Buch in die Hand genommen habe, überlege ich, welchen Wolf er zeigen soll. Ist es ihr Bruder Eathen, oder doch ihre große Liebe Elijah? Vielleicht liege ich auch ganz daneben und es zeigt Nathan? Cat blickt das Tier liebevoll, aber auch leicht spöttisch an, so dass wirklich jeder ihrer drei Familienmitglieder in Frage kommen könnte. Dementsprechend gefällt mir das Bild gut, da es nicht ganz eindeutig ist und dadurch für mich das Buch widerspiegelt.

Sophie Marie Alexandra Goetze überrascht mich jedes Mal mit ihrem ruhigen, intensiven Schreibstil aufs Neue. Werwölfe, Entführung, erste Liebe und persönliche Katastrophen werden entspannt geschildert. Dabei doch so interessant, dass ich das Buch einfach nicht zur Seite legen konnte. Ich war und bin immer noch überrascht, wie es der Autorin gelingen konnte, einen Werwolf-Roman zu schreiben, in dem keine Ströme aus Blut fließen, keine Opfer gnadenlos in Stücke gerissen werden und die Menschheit in Angst und Schrecken vergeht. Interessanterweise ist genau dieser, für mich neue Ansatz etwas, dass das Werk lesenswert macht. Deutlich hebt es sich von dem herrschenden Einheitsbrei ab. Zumindest, was die Brutalität in Sachen Werwölfe angeht. Die Liebesgeschichte wirkt auf den ersten Blick, wie schon hundertmal erzählt: Junge Frau verliebt sich in einen dunkel angehauchten Mann. Er erwidert ihre Liebe, doch es müssen unzählige größere und kleiner Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, eh sie zusammen kommen können. Wie schon gesagt, das ist nur auf den ersten Blick so. Denn ich finde, dass die Geschichte vielschichtig und berührend geschildert wurde, was mir in anderen Büchern oft fehlt.

Besonders gut hat mir die innige Verbundenheit zwischen Cat und ihrem Bruder Eathen gefallen. Ein starkes Band der Liebe und des Vertrauens bindet sie aneinander, von Eathens Seite sogar mehr als gut für ihn ist. Durch die Prägung auf Cat, ist es seine Aufgabe, ihr Leben zu schützen, koste es, was es wolle. Eathen zahlt einen hohen Preis dafür, kann er anscheinend kein anderes Mädchen so sehr lieben, wie seine Schwester. Anfangs fand ich den Gedanken befremdlich und ja, auch abstoßend, aber man sollte dem ganzen eine Chance geben, denn auch hier ist nichts so offensichtlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Manchmal denke ich, dass die Autorin mit ihren Lesern spielt. Auf eine nette Weise und mit einem Schmunzeln im Gesicht, mit Worten und Geheimnissen, die sich erst nach und nach im Laufe des Buches offenbaren. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass jede Person, wie eine Münze, eine zweite Seite hat. In den ersten beiden Bänden durfte ich die nette, liebenswerte und berührende Seite kennenlernen, doch langsam scheint die Münze zu kippen und die andere Seite blitzt hervor. Zumindest würde ich mir das an dieser Stelle wünschen, denn mit so viel Verständnis, Liebe und Geduld kann kein Mensch geboren worden sein. Zudem ist mein Empfinden, dass ein wenig mehr Härte dem Buch gut tun könnte.
Zur Zeit fehlen mir ein wenig die Höhen und Tiefen bei den Charakteren. Auch wenn die wölfische Seite eher ungebändigt, verspielt und wild ist, wird dies nur am Rande ausgearbeitet, bzw. die Wildheit scheint eher in der Gestalt des Wolfes zu Tage zu treten. Wenn sie frei und ungebunden durch die Wälder jagen und Goetze ihre Leser mit dorthin nimmt, suggeriert sie ein starkes Freiheitsgefühl, dass ich genoss und den Tieren atemlos folgte. In der Menschenwelt hingegen wirkt alles eher eng und mit Sorgen belastet. Ich für meinen Teil würde mir hier mehr Intensität wünschen, mehr Ungezügeltheit, aber das Einzige scheinen die Aktiengeschäft zu sein, die einige Rudelmitglieder tätigen.
Cat ist viel zu gut für diese Welt. Alles was ihr geschieht, nimmt sie mit einem Lächeln, da sie in sich zu ruhen scheint und für sich stets eine Möglichkeit findet, mit den Gegebenheiten fertig zu werden. Manchmal möchte ich sie schütteln und anschreien, dass sie ein junges Mädchen ist und ausflippen darf, ja ausflippen muss, um das Leben in seiner ganzen Fülle und Vielfalt zu kosten! Aber dann wird mir klar, dass sie so eben nicht ist. Keiner ist perfekt und Cat scheint diesen Freiheitsdrang einfach nicht zu verspüren. Mit diesen Gedanken ging ich schon aus dem ersten Band und sah mich im zweiten bestätigt. Bis Eathen etwas ähnliches sagt und mir klar wurde, dass die Autorin keineswegs einen seichten Charakter abgebildet hat, sondern dies mit Wissen und Wollen geschah.

Mein Fazit

Eine faszinierende Werwolf-Geschichte, die ganz anders ist, als ich mir vorgestellt habe!
 
 
 


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